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Erfahrungsberichte Dialyse
M.Mazur Mein “Leben“
mit der Dialyse
Als ich damals an die
Dialyse kam ist für mich erst mal eine Welt zusammen gebrochen.
Und all die Bücher sind zwar
ganz hilfreich, doch am besten ist es, wenn man mit jemandem
sprechen kann, dem es
genauso ergeht oder ergangen ist.
Deshalb möchte ich hier
meine Erfahrungen mit der Dialyse schildern, vielleicht kann ich damit einen
kleinen Eindruck vermitteln, wie ich mich gefühlt habe.
Solltet ihr auch schreiben
wollen, wie es euch an der Dialyse ergeht oder ergangen ist, welche Erfahrungen
ihr gemacht, dann schreibt mir ruhig und ich werde diese Berichte hier
veröffentlichen, um anderen Dialysepatienten vielleicht etwas helfen zu können
und ihnen zu zeigen, dass die meisten die gleichen oder ähnliche Probleme und
Sorgen haben.
M.Mazur......Mein
“Leben“ mit der Dialyse
Im Januar 2000 war es für
mich soweit. Ich weiß es noch wie heute am 31.01.00 kam ich das erste Mal an
die Dialyse.
Meine Vorgeschichte habe ich
im Vorwort schon kurz angeschnitten, ich möchte hier auch nur kurz sagen, dass
ich also ca. 3 – 4 Tage Zeit hatte, mich mit dem Gedanken abzufinden, die
nächsten Jahre an der Dialyse zu verbringen.
Für mich kam das alles sehr
überraschend. Es ist schon ein sehr komisches Gefühl, wenn man sein Blut durch
diese Schläuche fließen sieht und ehrlich gesagt, habe ich damals nicht
geglaubt, dass man damit leben kann. Wie ihr vielleicht merkt, habe ich mich für
die Hämodialyse entschieden.
Aber da wusste ich noch
nicht, dass das schlimmste noch kommt. Ich habe eine sehr gute Dialysepraxis
gefunden, dass war nicht das Problem.
So nach und nach ließ immer
etwas mehr die Ausscheidung nach. Also noch weniger trinken und dementsprechend
auch mehr an die vorgeschriebene Diät halten. Warum ? Das habe ich nur einmal
gefragt, als bei etwas mehr Gewicht mein Blutdruck etwas versagt hat und es mir
richtig schlecht ging.
Abgesehen mal davon, dass
das ganze Leben durch einander kommt. All die Pläne und Träume, die man gehabt
hat, zerplatzen wie eine Seifenblase.
Ich habe etwa ein halbes
Jahr gebraucht, um mein Leben wieder in normale Bahnen zu lenken und mich mit
meinem Schicksal abzufinden, so langsam ließ auch mein Selbstmitleid nach und
die Frage warum gerade ich stellte ich mir immer seltener, ich konnte es
sowieso nicht ändern. Und so habe ich mich damit abgefunden auch wenn es an
vielen Tagen schwer war.
In so einer Situation merkt
man doch erst, wer “die wirklichen Freunde“ sind
Vielen melden sich überhaupt
nicht mehr, weil sie nicht wissen was sie sagen sollen, außerdem bin ich ja
jetzt krank und man kann nichts mehr mit mir anfangen.
Na gut, das war der eine
Teil.
Der andere nimmt überhaupt
keine Rücksicht auf die Krankheit. Bei Festen wird einem ständig ein volles
Glas zu trinken hingestellt und wenn man dankend ablehnt, weil man nicht darf,
sind sie beleidigt. Zu essen gibt es natürlich auch nur das, wo man höchstens
mal kosten dürfte.
Aber kein Verständnis, man
stellt sich ja bloß an.
Das man dann natürlich
irgendwann keine Lust mehr hat irgendwo hinzugehen wo das so ist,
ist glaube ich verständlich.
Für mich und für die wahrscheinlich meisten Dialysepatienten,
aber nicht für die Gesunden.
Ich habe mich natürlich auch
gefragt, wie hättest Du gehandelt? Und ich bin zu dem Schluss gekommen, das ich
anfangs vielleicht genauso gehandelt hätte, aber spätestens nach dem dritten
mal, hätte selbst ich es kapiert.
Das hört sich jetzt
vielleicht alles sehr deprimierend an.
Es gab auch sehr schöne
Zeiten. Zumal ich auch noch einige Menschen um mich hatte, die zu mir gestanden
haben und auch in soweit Rücksicht genommen haben, wie es nötig war.
Meine Dialysepraxis war sehr
gut und durch die Hämodialyse hatte ich immer dialysefreie Tage was mir sehr
geholfen hat.
Abschließend möchte ich
sagen, dass ich trotz aller Probleme, sehr dankbar bin, dass es so etwas wie
die Dialyse gibt, denn ansonsten wäre ich heute nicht mehr hier. Heute bin ich
transplantiert und es geht mir wieder richtig gut.
Ich habe durch das alles
gemerkt worauf es wirklich im Leben ankommt und versuche jetzt alles zu
genießen und alles nach zu holen.
Andere Menschen, die
chronisch oder unheilbar krank sind, haben nicht so eine Möglichkeit wie die
Dialyse und ich habe mir in der ganzen Zeit, wenn es mir schlecht ging, dies
vor Augen gehalten.