www.nieren-krank.de
Ernährung
Da man als Dialysepatient
durch die Nahrung viele Stoffe aufnimmt, die unter der Dialyse nicht
ausreichend aus dem Blut gefiltert werden können, muss man Diät halten, wobei
diese Diät bei jedem Dialysepatienten individuell bestimmt wird. Doch es gibt
einige Dinge, an die sich alle Dialysepatienten halten sollten, die einen mehr
die anderen weniger und diese möchte ich hier erläutern und aufführen.
Kalium ist ein Mineralstoff,
der wasserlöslich ist und in unter-
schiedlichen Mengen in allen
pflanzlichen und tierischen Nahrungs-
mitteln enthalten ist.
Kalium ist z.B. für die
Regulierung der Körperflüssigkeit im Gewebe und
für die Muskelkontraktion
notwendig. Deshalb ist dieser Mineralstoff
lebensnotwendig für den
menschlichen Organismus.
Kalium
kann unter der Dialyse sehr stark im Blut ansteigen, da das mit der
Nahrung aufgenommene Kalium
von der Dialyse meist nicht ausreichend
entfernt werden kann.
Ein zu hoher Kaliumgehalt
kann Herzrhythmusstörungen auslösen und deshalb
ist es für den
Dialysepatienten wichtig, das die Kaliumwerte regelmäßig
kontrolliert werden.
Erhöhte Kaliumwerte
entstehen nicht nur durch die Nahrung sondern auch,
wenn dem Körper zu wenig
Energie zugeführt wird. Dies hat zur Folge das
es zum Muskelabbau kommt,
und somit das in den Muskelzellen lokalisierte
Kalium freigesetzt wird und
ins Blut gelangt.
Für den Dialysepatienten ist
es wichtig, seine Kaliumzufuhr über die
Nahrung zu kontrollieren.
Sehr kaliumhaltige
Lebensmittel sind u.a. Obst- und Gemüsessäfte,
einige Obst- und
Gemüsesorten, Trockenobst, Kartoffeln und Kartoffel-
produkte, Nüsse, Pilze,
Milch, Fleisch, Fisch und Geflügel.
Das bedeutet nicht, das man
zukünftig auf all diese Lebensmittel verzichten
muss, man sollte sich aber
schon einschränken.
Ferner wissen wir, das
Kalium wasserlöslich ist und es kann auch nur
durch Wasser aus
Lebensmitteln herausgelöst werden.
Durch das Wässern quillt die
Zelle, die Zellwände platzen auf und das in den
Zellen gebundene Kalium wird
freigesetzt.
Man kann also Kartoffeln,
sowie Gemüse wässern. Eine gewässerte Kartoffel
enthält nur halb soviel
Kalium, wie eine herkömmlich zubereitete, vorausgesetzt
man wässert sie ca. 24
Stunden und erneuert öfter das Wasser. Vor dem
Kochen sollte man das Wasser
auch nochmal erneuern.
Auch Konservenobst und
-gemüse enthalten deutlich weniger Kalium als
vergleichbare frische
Mengen.
Voraussetzung auch hier ist,
das man die Einmachflüssigkeit nicht mit
verzehrt.
Tiefgefrorenes Obst und
Gemüse enthält auch weniger Kalium.
Das bedeutet nicht, das man
nur noch Gemüse und Obst aus der Konserve
essen sollte.
Beim Garen von Gemüse z.B.
kann man den Kaliumgehalt um ca. 1/3
reduzieren.
Da beim Wässern oder
Einkochen von Obst und Gemüse jedoch auch die meisten
Vitamine verloren gehen,
sollte man in Maßen gelegentlich auch mal
frisches Obst und Gemüse
essen.
Auch auf Fleisch und
Milchprodukte sollte man nicht ganz verzichten,
da in diesen Lebensmitteln
viel Eiweiß enthalten ist und auch Eiweiß
für Dialysepatienten sehr
wichtig ist.
Phosphor ist ebenfalls wie
Kalium ein lebensnotwendiges Element für
den Organismus und kommt in
den meisten Lebensmitteln vor.
Phosphor ist ein
wesentlicher Bestandteil von Knochen und Zähnen und ist
der wichtigste Baustein
lebender Zellen und bei allen Stoffwechselvorgängen,
die Energie benötigen,
beteiligt.
Ebenso wie Kalium steigt
auch der Phosphatgehalt im Blut bei den
meisten Dialysepatienten an.
Und auch Phosphat kann mit
der Dialyse nicht ausreichend entzogen werden.
Besonders phosphorhaltig
sind die meisten eiweißreichen
Nahrungsmittel wie z.B.
Fleisch, Fisch, Geflügel, Nüsse, Mandeln,
Milch und Milchprodukte.
Da
aber auch die Eiweißzufuhr gewährleistet werden sollte, kann man
auf diese Produkte nicht
ganz verzichten.
Auch hier gilt die Menge
machts.
Anders als beim Kalium kann
man Phosphor nicht aus den Lebensmitteln
durch wässern oder garen
herauslösen.
Man kann einige
Nahrungsmittel durch andere austauschen und somit
den Phosphatgehalt
reduzieren.
Man kann z.B. anstelle von
Milch ein Wasser-Sahne-Gemisch verwenden.
Ferner gibt es Fleisch,
Fisch und Käsesorten, die weniger Phosphor
enthalten als andere.
Eine langfristige Erhöhung
des Phosphats im Blut führt unbehandelt zu Störungen des Kalziumstoffwechsels
im Körper, in dessen Folge die Knochen entkalken und letztlich eine
Knochenerweichung (Osteopathie) entsteht; es kann zu Knochenbrüchen,
Knochenzysten und krankhaften Kalkablagerungen in den Gelenken kommen.
Da der Kalzium- und
Phosphorhaushalt des Körper in engem Zusammenhang steht und diese sich quasi
gegenseitig regulieren, kann auch durch die Gabe von Kalzium versucht werden,
den Phosphorgehalt im Blut zu vermindern.
Eiweiß ist ein wichtiger
Bestandteil des Blutes, der Muskulatur und
der Hormone.
Die tägliche Eiweißzufuhr
des Menschen erfolgt über tierische und
pflanzliche Nahrungsmittel.
Bei Hämodialysepatienten findet während der Dialyse
eine "Auswaschung" von Eiweiß aus dem Körper statt, was zur Folge
hat, dass Eiweiß in ausreichendem Maße mit der Nahrung aufgenommen werden muss.
Zwei Drittel des aufzunehmenden Eiweißes sollte tierisches Eiweiß sein.
Kochsalz
(Natrium)
Die Reduzierung des Natriums in der Nahrung ist in
erster Linie für Patienten mit erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) von Bedeutung.
Kochsalz begünstigt die Einlagerung von Wasser im Gewebe (Ödeme).
Ferner ist zu beachten, dass jede Menge zusätzlichen Salz' in der Nahrung das
Durstgefühl steigert und somit zu einer Erhöhung der täglichen Trinkmenge
führen kann.
Auch vom Einsatz sogenannter
"Würzsalze" anstelle von "normalem" Kochsalz ist aufgrund
der hohen Mengen an Kalium in diesen Salzen dringend abzuraten.
Ferner sind in aller Regel alle Fertiggerichte, -saucen, -brühen usw. aufgrund
ihrer Inhaltstoffe mindestens überprüfungswürdig oder gar ungeeignet.
Die Flüssigkeitszufuhr richtet sich nach der
Restfunktion der Niere und wird ebenso wie die anderen Faktoren- vom Arzt
individuell festgelegt.
Prinzipiell sollte die Gewichtszunahme durch Flüssigkeitseinlagerung zwischen
zwei Dialysen so gering wie möglich sein.
Durch die teilweise oder
vollständige eingeschränkte Nierenfunktion verringert sich der tägliche
Wasserverlust des Dialysepatienten auf die Ausscheidung, den Schweiß, die
Atmung und den Stuhlgang.
Das im Körper verbleibende
Wasser muss mittels der Dialyse dem Körper entzogen werden.
Da besonders die
Hämodialysepatienten oft von einem großen Durstgefühl geplagt werden, hier ein
paar Tipps zur Durstbekämpfung:
·
auf sehr salzige oder
sehr süße Speisen verzichten
Patienten, die an einer chronischen Nierenerkrankung
leiden, neigen zu Veränderungen der Blutgefäße.
Sie sollten vermehrt pflanzliche Fette mit einem hohen Anteil an mehrfach
ungesättigten Fettsäuren verwenden, sowie den Verzehr von tierischen Fetten wie
Butter, Schmalz, Speck und Sahne einschränken.
Mittlerweile haben viele Lebensmittel aus dem Bereich der
"Gesundheitskost" (z.B. verschiedene Light-Margarinesorten)
genaue Angaben über die enthaltenen Fette, was dem Verbraucher in diesem Fall
sehr entgegenkommt.