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Schwangerschaft
Vorwort
Schwangerschaft bei Hämo- und Peritonealdialyse
Auch unter Dialysebedingungen
sind Schwangerschaften möglich, doch ein solcher Schritt sollte gut überlegt
sein, denn es geht dabei um die Gesundheit von Mutter und Kind.
Eine generelle Indikation
zum Schwangerschaftsabbruch ist medizinisch zwar nicht zu rechtfertigen,
dennoch werden diese Schwangerschaften als besondere Risikoschwangerschaften
bewertet.
Dieses Risiko einzugehen
erscheint nur vertretbar, wenn eine sorgfältige Überwachung der
Schwangerschaft, in Zusammenarbeit mit Eltern, Nephrologen und Gynäkologen, stattfindet.
Es gibt literarische
Berichte in denen hervorgeht, dass bereits in den 80er Jahren
Dialysepatientinnen, eine erfolgreiche Schwangerschaft durchlebten.
Dabei wurde vermerkt, dass
alle Kinder der Dialysepatientinnen, zu einem früheren Geburtstermin kamen, als
errechnet, außerdem wogen sie weitaus weniger, als normal entwickelte Kinder.
In den Schwangerschaften kam
es bei den meisten Patientinnen zu den gleichen Problemen. Die Dialysezeit pro
Woche musste verlängert werden, da es häufig zu Volumenproblemen gekommen ist.
Ferner litten die meisten
Frauen unter Bluthochdruck und Blutarmut.
Bei vielen
Dialysepatientinnen kam es jedoch zu Fehlgeburten.
So dass der prozentuale
Anteil der erfolgreichen Schwangerschaften recht gering ausfällt.
Ferner kommt es vor der
Schwangerschaft zu dem Problem, dass bei den meisten Dialysepatientinnen die
Regelblutungen ausbleiben.
Dafür ist einmal der hohe
Kreatininwert verantwortlich und der gestörte Hormonhaushalt.
Eine nicht ganz
unwesentliche Rolle spielt dabei auch die psychische Verfassung der Frau, da
die Dialyse für alle eine völlig neue Lebenssituation darstellt.
Hämodialyse und Schwangerschaft
In den vergangenen Jahren
wurden immer wieder Schwangerschaften bei Hämodialysepatientinnen beobachtet.
In den meisten
Schwangerschaften traten die gleichen Komplikationen auf.
Die wichtigste Komplikation
bei den Schwangeren war der hohe Blutdruck, durch den es notwendig war,
Medikamente einzusetzen. Dabei wurde häufig auf Betablocker zurück gegriffen,
da ACE – Hemmern zu risikoreiche Nebenwirkungen haben, für das ungeborene Kind.
Ein zweiter wichtiger
Aspekt, ist die Blutarmut, die bei den meisten Frauen auftrat.
Bis in die dritte
Schwangerschaftshälfte wurden Fehl- und Frühgeburten beobachtet.
So dass, eine jede
Schwangerschaft eine engmaschige Kontrolle notwendig werden lässt.
Empfohlen wird eine
Steigerung der wöchentlichen Dialysezeit auf mindesten 20 Stunden die Woche.
Dadurch sollen
Volumenschwankungen, sowie zu hohe Kaliumwerte usw. vermieden werden.
Die geschilderten
Probleme machen deutlich, dass es sich bei einer Schwangerschaft während der
Dialysebehandlung, um einen seltenen und
mit hohem Risiko
behaftetem Zustand für Mutter und Kind, handelt.
Deshalb sollte ein solcher Schritt sehr gut überlegt sein.
Auch bei
Peritonealdialysepatientinnen kommt es in der Schwangerschaft zu den gleichen
Problemen, wie bei den Hämodialysepatientinnen.
Die meisten haben einen
schwer erhöhten Blutdruck und leiden unter Blutarmut.
Ein weiteres Problem ist der
PD – Katheter. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist,
umso häufiger muss mit
Auslaufstörungen durch die Lage des Kindes gerechnet werden.
Auch hier sollte die
Dialyseintensität gesteigert werden, dass bedeutet häufigeres Beutel wechseln
oder aber auch Einsatz von höherprozentigeren Beuteln.
Falls notwendig, muss auch
zusätzlich in der Nacht mit einer Maschine, dialysiert werden.
Auch hier gilt wie bei
der Hämodialyse, dass eine Schwangerschaft ein sehr großes Risiko für Mutter
und Kind ist und gut überlegt sein sollte.
Schwangerschaft nach Nierentransplantation
Nach einer erfolgreichen
Nierentransplantation setzen bei den meisten Frauen, die in der Dialysezeit oft
nicht vorhandenen, Monatsblutungen wieder ein.
Durch die Normalisierung der
Organfunktion und des Hormonhaushaltes setzen, die monatlichen Blutungen wieder
ein. Auch wenn es anfangs oft unregelmäßig ist.
Damit ist auch wieder mit
einem Eisprung zu rechnen und folglich mit einer Schwangerschaft, falls nicht
verhütet wird.
Falls kein dringender
Kinderwunsch besteht sollte natürlich verhütet werden.
Da die meisten
Nierentransplantierten unter zu hohem Blutdruck leiden, sollte auf die Pille
als Verhütungsmittel verzichtet werden.
Ebenso auf die Spirale, weil
dadurch leichter Entzündungen im Bereich der Gebärmutter auftreten.
Im Einzelnen sollte jede
Frau oder jeder Mann individuell mit den behandelnden Ärzten besprechen.
Besteht aber ein
Kinderwunsch, so sollten sowohl transplantierte Frauen wie auch Männer
mindestens ein halbes Jahr bis nach der Transplantation warten, da die
anfänglich hohe Dosierung der Immunsuppressiva, die Erbmasse schädigen kann.
Die sichtbare
Missbildungsrate der Kinder liegt zwar kaum über der, der Normalbevölkerung,
aber eine Aussage über die Güte oder Veränderung der Erbmasse, ist im einzelnen
nicht möglich. Und so könnte eine eventuell veränderte Erbmasse an die nächste
Generation weiter gegeben werden.
Als günstigster Zeitpunkt
für das Eintreten einer Schwangerschaft werden bislang 18 bis 24 Monate nach
Transplantation angesehen, da vor diesem Zeitpunkt mit einer weniger stabilen
Funktion der Transplantatsniere zu rechnen ist.
Ansonsten kann es zu
üblichen Schwangerschaftskomplikationen, wie bei anderen Frauen auch, kommen.
Platzprobleme gibt es nicht,
da das Transplantat ja im Becken sitzt.
Ein kritischer Zeitpunkt für
die transplantierte Niere ist die Geburt. Mit der Geburt stellt sich der Körper
von einer natürlichen Toleranz dem Kind gegenüber auf ein normales
Immunverhalten um.
Und somit besteht die Gefahr
einer Abstoßung, deren Ausgang immer ungewiss ist.
Über dieses Risiko sollten
sich die Frauen vor beginn einer Schwangerschaft im klaren sein.
Für eine geplante
Schwangerschaft sollten folgende Faktoren Voraussetzung sein:
Abschließend ist zu sagen, dass gegenüber dem Vergleich
von Schwangerschaften während der Dialyse und von Schwangerschaften nach
Nierentransplantation, ist nach der Transplantation mit einem günstigerem
Verlauf der Schwangerschaft zu rechnen.